Die alte Idee vom fliegenden Auto neu erfunden nennt sich „Transition“. Das wörtlich größte Problem sind dabei die Flügel, die müssen aus dem Weg. Demontage wie bei Segelflugzeugen ist zu aufwändig; heute muss das alles per Knopfdruck gehen, hier in unter 30 sec. Hast man das Gerät zusammengefaltet, passt es lässig in eine US-Garage. Diese Geschichte hat weltweit für Aufsehen gesorgt und kommt aus Massachusetts-USA, also eben nicht aus Münchhausen.
Die Flügel-Spannweite von 8,38 m wird auf rund 2 m Breite eingefahren. Mit ebensolcher Höhe und nur 5,84 m Länge hat dieses hybride Fortbewegungsmittel lediglich die Abmaße eines ami-typischen SUVs. Aber beim Imponierritual mit den Besitzern der Nachbar-Garagen kacken die nun endgültig ab und rauchen erstmal eine HB: wer wird denn gleich in die Luft gehen? „Terrafugia“ heißt das Startup-Unternehmen und spricht von einem „roadable aircraft“, also einem „straßentauglichen Flugzeug“. Allem Feuilletonismus zum Trotz lässt sich damit zwar physikalisch dem Stau entgehen, bzw entfliegen, wilde Starts und Landungen sind aber durch die Zulassung als Flugzeug verboten. Im Sommer 2010 – ein Jahr nach den ersten Testflügen - hat diese Maschine nämlich in den USA die Zulassung als Leichtflugzeug erhalten. Damit müssen Piloten in den USA lediglich ein Training von 20 h absolvieren. Zudem braucht die „Transition“ nur 500 m Anlauf für das Abheben. Physikalisch würden damit die meisten Supermarkt-Parkplätze reichen, aber auch etwas breitere Straßen.
Der 104 PS-Motor bescheidet sich mit Autobenzin, braucht also kein Kerosin. Am Boden ist der Vorderradantrieb auf 100 km/h begrenzt, wahrscheinlich wegen der Seitenwind-Anfälligkeit. In der Luft sind knapp 200 Spitze möglich, dann mit dem Propeller am Heck. Immerhin 725 km beträgt die Reichweite, aber nicht vergessen: das ist dann Luftlinie, ohne Ampeln, Staus und Bausstellen.
Neben der Meldung der amtlichen Zulassung sind noch zwei andere Zahlen von Interesse. Erstens: Die „Transition“ wird um die 160.000 Euro kosten. Zweitens: 70 Stück sind bereits bestellt. Warum? Nun; man spart den Anhänger zum Transport, braucht keinen teuren Flugzeug-Hangar und kann bei schlechtem Wetter einfach weiter fahren, ohne auszusteigen. Wesentlich ist aber auch das Boarding. Denn im Gegensatz zu den meisten kleinen Flugzeugen braucht es keine Leiter und der Beiflieger muss nicht über die Trageflächen gehievt werden. Man steigt einfach ein, wie in ein Auto. Und natürlich auch wieder aus, wenn’s schief geht auch in 500 m Höhe.
