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Daihatsu Copen
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Copen vor BraTor

Vergessen Sie Partnervermittlungen oder Internet.

Wer mit dem unterwegs ist, braucht keine Kontaktanzeige mehr aufzugeben.

 

Wer mit dem Copen erstmals unterwegs ist, muss natürlich auch auf Dümmlichkeit und Plattitüden vorbereitet sein: „Muss man da noch treten, oder hat der einen Hilfsmotor?“ ... „Ist der für den Bürgersteig oder darf der schon auf die Straße?“ ... „Hat der ne Anhängerkupplung, kann man damit irgendwas abschleppen?“ Nee., Last nicht, nur Spaß. „Wächst der noch, oder bleibt der so klein?“ Nein, der bleibt so klein und das ist auch gut so. Denn entgegen einem weit verbreiteten männlichen Irrglauben bedeutet mehr Größte nicht unbedingt mehr Spaß. Dafür reichen auch knapp 3 m 40 Länge mit 1 m 48 Breite. Und bei einer Höhe von 125 cm ist das kein Fahrzeug für Profilneurotiker.

Das Coupé verwandelt sich zum Cabrio, das ist sehenswert, weil der Wagen so klein ist und das Dach komplett im Kofferraum verschwindet. Der ist ziemlich flach, das macht die Leichtigkeit des Designs aus. Man weiß es nicht: irgendwie kleiner Audi TT, ein wenig Käfer oder frühste Porsche Optik ... irgendwie völlig anders.

Frau Fehst meint:

„Die technischen Leistungsdaten des Daihatsu überraschen immer wieder. Wesentlich öfter als bei anderen Autos wollten Passanten den Motor auch sehen: „Wo soll das denn herkommen? Na von da vorne, hinten liegt ja das Dach ! Aber auch der Anblick eines „richtigen“ Motors sagt wenig über den Fahrspaß, denn der Copen wiegt nur 850 Kilo und wird mit einem Verbrauch von 6 Litern Normal angegeben. Erstaunlicherweise ist selbst bei diesem Zwerg das Fahrverhalten eines Roadsters zu spüren. Der Copen sieht zwar süß aus, kann aber beim Ampelstart ziemliche Verwirrung beim Nachbarn stiften. Denn in den Städten kennt man das Anfahren der Smarts - inklusive der Schaltpausen, in denen das Getriebe überlegt, welchen Gang man jetzt nehmen sollte. Hier greift das 5-Gang-Getriebe schnell, präzise, fast sportlich.“

Für einen solchen Zwerg ist eine Beschleunigung von 9,5 sec bis auf 100 wirklich erstaunlich. Für einen „echten“ Roadster wäre eigentlich Heckantrieb nötig, aber wo hätte denn hier noch ein Kardan Platz gehabt? Trotzdem lässt sich auch der Copen mit seinem Sportfahrwerk von Magna Steyr kaum aus der Kurve schmeißen, er bleibt fast stur in der Spur. Der Motor ist derart agil und drehfreudig, dass man sich schon nach ein paar Stunden mit GTI-Fahrern anlegen will. Der Vorgänger hatte nur 660 ccm. In gleichem Motorraum wurde nun ein neuer 1,3 Liter 4-Zylinder mit 87 PS und 120 Nm eingebaut und das ist vor allem eine Meisterleistung des Packageing. Die Batterie hat ebenso Untermaß, wie der Kühler. Damit der genügend Luft atmet, wurde das Kennzeichen nach links gesetzt. Wie viel Feinschliff hier drinsteckt, sieht man an der Stützstange für die Motorhaube, die wurde cm-genau um die Bauteile herum skulpturiert. Im Innenraum wirkt alles aufgeräumt und sportlich, wie bei einem „normalen“ Roadster; das Design hat nicht die modernistische Anbiederung eines Minis. Für den Dachkasten gibt es übrigens eine Einsteck-Persenning, aber auch ohne wirkt das Heck knackig rund. Darunter sind bei versenktem Dach tatsächlich nur 14 Liter Stauraum. Na und ?

Uns haben andere Petitessen gestört, wie das 3. Bremslicht, das eine obere Abdeckung in Wagenfarbe verdient hätte. Dass keine Schminkspiegel an den Blenden sind, finden wir in Augenhöhe eher beruhigend, außerdem kann man die über den Rahmen klappen, bei Sonnenuntergang eine echte Hilfe. Für uns allerdings scheint das Lenkrad eher einen Tick zu groß aber wir sind ja auch keine sogenannten „Lifestyle-Tucken“.

Vor allem die weiblichen Kollegen haben beim Copen oft von Einsteige-Akrobatik und Beengung geschrieben: das sehen wir nicht so! Entweder fehlt da die Erfahrung mit anderen Roadstern, oder die eigene Leibesfülle wird nicht mehr kritisch wahrgenommen. Wer mit dem alten MX-5 klar kam, hat auch hier keine Probleme. Ohnedies sind die Sitze überraschend straff und haltgebend, serienmäßig übrigens mit Heizung. Als Extra kann aber auch mit Recaro bestuhlt werden. Das Alu-Dach schließt elektrisch, das geht selbst mit der kleinen Batterie. Besonders putzig dabei der Auftritt der Dreiecksfenster am Heck. Die filigrane Mechanik arbeitet dabei derart präzise, dass auch beim Verriegeln kein Nachschieben nötig ist; eine flüchtige Wischbewegung reicht für die Haken. Danach ist das Heck frei für immerhin 210 Liter Gepäck. Bei geschlossenem Dach knarrt es allerdings im Gebälk auf Bodenwellen oder bei Höchstgeschwindigkeit. Und die hat uns total verblüfft: der 1,3 Liter kam lässig über die angegebenen 180, Wahnsinn. Auch unsere Anchorwoman zieht eine sehr positive Bilanz.

„Der Copen ist kein Auto, sondern ein Phänomen. Wo immer der Roadster im Blickfeld auftaucht, verführt er Passanten in das Land des Lächelns. Das ist nicht allein zu erklären mit seinem international prämierten Tropfendesign, bei dem Front und Heck nahezu symetrisch sind. Hier scheint eher so etwas zu funktionieren wie das Kindchen-Schema, das bei allen Menschen Schutzinstinkt und Sympathie auslöst. Vergleichen könnte man ihn höchstens mit dem inzwischen eingestelltem smart roadster, der auch putzig klein ist, aber optisch viel zu laut und aggressiv. Dagegen ist der Copen einfach . . . offen und ehrlich, eben ein süßer kleiner Drops. Und wenn Sie Single sind, vergessen Sie alle Partnervermittlungen und das Internet: mit dem hier werden Sie alltäglich von freundlich interessierten Menschen angesprochen. Zur Serienausstattung gehört nämlich eine Flirt-Automatik mit Bi-Turbo.“

Eine Kamera kann die ständigen Blicke beim Fahren kaum einfangen. Da wird offenmundig gegafft, verschämt geschaut und lautstark kommentiert. Deshalb stellen wir zur Kaffeepause den Copen als Lockvogel auf die Flaniermeile, eine kleine Kamera hinter der Damenhandtasche versteckt . . . und haben herzhaft gelacht.

  

Quelle: funanddrive.tv